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Borussia Pankau: Der Mann in Gelb

Eine Hommage für Justus Pankau und sein Leben hinter der Kamera-Mehr als  60 Jahre Film- und Fernsehgeschichte

Er trägt nur gelb und schwarz, war Oberliga-Torwart bei Borussia Dortmund ist eine Kamera-Koryphäe, baut mechanische Objekte, war Professor an der Filmakademie Ludwigsburg, hat mehr als  60 Jahre Film- und Fernsehgeschichte geschrieben und ist heute 93 Jahre jung:  Kameramann Justus Pankau. Ob die SDR-Tatort-Folgen, u.a. „Rot, Rot, Tot“  mit Curd Jürgens, „Loriot“,  „Monthy Python“, Dokumentationen wie „Die Borussen kommen“, Spielfilme wie „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“, Justus Pankau bewegt mit seinen Filmen.

Die von ihm mitgestaltete Stuttgarter Schule nannte Walter Jens „ein Meisterwerk visueller Rhetorik“. Für sein Wirken, seine Kreativität wollen  ihm  Weggefährten,  Studenten und Film- und Fernsehfreunde „Danke“ sagen – am Donnerstag, 16. November um 20 Uhr im Ludwigsburger Scala Theater mit der Talk- Film- und Musik-Hommage „Borussia Pankau: Der Mann in Gelb“.

Justus Pankau auf dem Fernsehturm

Willy, genannt Justus, Pankau wird am 27. Dezember 1923 als Sohn eines Schreiners in Westpreußen geboren. 1925 zieht die Familie nach Dortmund. Justus macht eine Mechanikerlehre. Nach dem Krieg kehrt er unversehrt nach Dortmund zurück, malocht wieder bei Hoesch und spielt bei  Borussia als Torwart in der ersten Mannschaft. 1948 steigt ein Bekannter von Justus Pankau mit einer Lizenz der britischen Militärverwaltung ins Filmgeschäft ein, bietet ihm eine Stelle als Kameraassistent in Hamburg an. Zwei Jahre später wechselt Justus Pankau zur „Neuen Deutschen Wochenschau“, wo er selbst hinter der Kamera steht. 1954 kommt  Justus Pankau zum Südfunk Stuttgart zum Start des Fernsehens in Stuttgart. Bis 1989 dreht er unzählige Dokumentarfilme,  „Tatort“-Krimis sowie Hunderte Magazinbeiträge und Spielfilme. Nach seiner Pensionierung lehrte er als Professor und Gründungsmitglied an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Pankau erhielt zahlreiche Preise: Adolf-Grimme-Preis („Die Borussen kommen“/1964), Deutscher Kulturfilmpreis („Wagenrennen“/1965), Deutscher Filmpreis in Gold („Malatesta; Regie: Peter Lilienthal“).

Kameramann Justus Pankau bei der Arbeit.

Zum Scala-Abend sind zahlreiche ehemalige und aktuelle Film- und Fernsehschaffende eingeladen.  Es gibt für Justus ein Wiedersehen mit Weggefährten, Freunden und  Kollegen. Und die Zuschauer des Abends erleben nochmals oder vielleicht auch neu 60 Jahre Film- und Fernsehgeschichte im Zeitraffer mit Filmausschnitten, Talk und Musik.

„Borussia Pankau: Der Mann in Gelb “ ist eine Produktion des Scala in Kooperation mit dem SWR, der Filmakademie Ludwigsburg mit Unterstützung der Landesstiftung Baden-Württemberg.

Professor Justus Pankau (93) über Unternehmenskultur im SDR: „Wir hatten damals keine Chefs, nur besser bezahlte Kollegen.“